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Sound’n’Spirit unterwegs: Hey, Kölle

11.5.2014 | Unser erster Tagesausflug – fast genau ein Jahr nach der Gründung des Chores. Düster waren die Wettervorhersagen für diesen Sonntag. Ausgerüstet mit Regenjacken, Kapuzen und Schirm für Wetterkapriolen jeglicher Art standen wir pünktlich um 10.30 Uhr am Treffpunkt vor St. Margareta. „Warum in die Ferne schweifen, wo das Gute liegt so nah?“ hatten wir uns bei der Wahl des Ausflugziels gedacht, und so nahm unser knallgelber, knuffiger kleiner Bus Kurs auf Köln, mitten ins Herz, zum Eigelstein.

Der Bus parkte mit Warnblinklicht in der engen Einbahnstraße und setzte uns und zwei riesige Tüten voll mit den besten Brötchen, die Neunkirchen zu bieten hat, ab: Unsere Dirigentin winkte uns schon aus dem Fenster zum Frühstück herein: Der Kaffee ist fertig! Erstes Etappenziel erfolgreich (und trocken) erreicht. Bei einem ausgiebigen Frühstück saßen wir dann gemütlich zusammen – unsere Dirigentin hatte bestens für uns gesorgt.

Mitten im schönsten Plausch aber war plötzlich Aufhorchen angesagt: Wir Dörfler aus Neunkirchen mussten erst einmal köln-tauglich gemacht werden. Fürsorglich hatte unsere Beate dat Kölsche Jrundjesetz eingepackt und wies uns nun fachmännisch – natürlich op Kölsch – in die elf Essentialia der Kölner Lebensart ein. Et hätt noch emmer joot jejange – das war uns aus alten Zeiten schon geläufig. Jetzt lernten wir Wat fott es, es fott und Et es wie et es. Wie isset? Joot! Solchermaßen für alle Eventualitäten gewappnet, durften wir uns nun endlich zu Fuß vom Eigelstein gen Altermarkt trollen. Der Halt am Dom – ein Muss. Ein kleiner Rundgang und ein wenig Zeit zum Innehalten. Wie gern hätten wir hier einen Gospel gesungen, doch leider lässt die strenge Aufsicht dies nicht zu. Schauen wir einmal – vielleicht klappt es ja mit einem „Flashmob“ irgendwann einmal in Margareta.

Sang und Klang am Willi Ostermann-Denkmal
Sang und Klang am Willi Ostermann-Denkmal

Vom Dom ging es gegen den Wind weiter zum Altermarkt. An der Pumpe erwarteten uns bereits herrschmitz (jawohl, im Plural und klein, denn herrschmitz, das sind zwei ganz besondere Stadtführer) und nun ging es, jetzt durften wir endlich singen, zwei Stunden lang „Mit Sang und Klang durch Kölle“: „Leedcher, Krätzcher un Verzällcher vun domols un hück, live jesunge un jespillt an Orijinal-Schauplatzen“. Jawoll! Da simmer dabei.

Vom Willi Ostermann-Denkmal, wo es fast, aber eben nur fast anfing zu regnen, bevor für den Rest der Tour der schönste Sonnenschein hervorkam, und wo wir fast, aber leider eben nur fast, einen neuen Bass-Sänger hinzugewonnen hätten, über das Hänneschen-Theater, die Willi-Millowitsch-Statue, ein Treppengiebelhaus, das Popöchen am Rathaus und und und - bis zu Tünnes und Schäl, denen wir selbstverständlich einer nach dem anderen an die Nasen fassten, man weiß es schließlich nicht: Vielleicht hilft es ja doch;-) Eine tolle Tour, die uns viel Spaß gemacht hat. Und auch ein bisschen hungrig und ein bisschen durstig.

Da kam uns das „Früh“ gerade recht. Dort verbrachten wir schöne Stunden und hatten endlich wieder einmal Zeit zum Austausch unserer eigenen Verzällcher. Gegen 20 Uhr stand dann unser gelber Bus wieder parat. Schließlich war Muttertag, und getreu dem Motto: „Gebt den Kindern eine Chance“ wollte die eine oder andere singende Mutter noch die Huldigung ihres Nachwuchses, der morgens dieser Gelegenheit beraubt worden war, entgegennehmen. Schade, dass Köln nur eine Dreiviertel-Busstunde von Neunkirchen entfernt ist! Die Stimmung im Bus war so gut, unsere Stimmen auf der Tour durch die Altstadt schon so gut eingesungen, dass wir gut hätten noch einige hundert Kilometer fahren können.

Was macht es schon, wenn am Ende eines solch schönen Tages der hintere Teil des Busses immer wieder einmal eine halbe Strophe schneller war als der vordere? Spätestens bei Monja – irgendwie ist dieser uralte Schlager nicht mehr aus unserem Freizeitrepertoire wegzudenken, vielleicht liegt es am – sagen wir einmal: eingängigen – Text, waren wir alle wieder vereint. Nicht nur hier haben wir unsere Dirigentin Ulrike, von der wir uns ja schon in Köln verabschiedet hatten, schmerzlich vermisst. Deshalb widmeten wir ihr noch schnell eine Strophe von Monja via Handy, wir können nur hoffen, dass sie dies zu würdigen wusste;-) Und schon sahen wir auf der Zielgeraden am Pohlhausener Berg den Kirchturm von St. Margareta. Wie immer ein wunderschöner Anblick, auch wenn es heute bedeutete, dass unser Ausflug zu Ende war. Aber eben auch nur unser Ausflug. Denn am Mittwoch ist wieder Probe. Es geht in die heiße Phase für unseren Auftritt am 14. Juni um 16.30 Uhr im Gottesdienst auf dem jährlichen Treffen der Biker der Bundespolizei in St. Augustin.

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