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Der Herzschlag des Gospelchors

Drummer mit viel Taktgefühl
Drummer mit viel Taktgefühl größere Ansicht

2. Juni 2020 | So schnell vergeht die Zeit. Nun ist unser Schlagzeuger schon eineinhalb Jahre bei uns. Mit großem Einfühlungsvermögen und – dank langjähriger Erfahrung – atemberaubenden Tempo hat er sich in unsere Gospels hineingespielt und sorgt für Schwung und Rhythmus. Allein gelassen mit seinem Schlagzeug – derzeit finden coronabedingt keine Präsenzproben statt, wir proben "online" – hat Heino uns einen so netten Brief geschrieben, dass wir ihn hier veröffentlichen:

"Gospel? Gospel?? Gospel??? Du bist bekloppt!" So und ähnlich waren die Reaktionen meiner Musikerkollegen aus anderen Formationen, als ich davon erzählt habe, dass ich jetzt in einem Gospelchor spiele.

Nun ja, bekloppt muss man als Schlagzeuger sein: Man reist rechtzeitig, nämlich vorzeitig an, hat das Auto voll mit seinem Instrument und dem Zubehör, ist am Ende der Letzte, der den Ort des Geschehens wieder verlässt und hat zu Haus dann noch einmal den gleichen Aufwand, ganz schön bekl….! - aber das gehört einfach zum Schlagzeugspielen dazu.

Ich mache das jetzt schon seit einigen Jahrzehnten, habe die unterschiedlichsten Musikgenres bedient und wollte immer schon mal in der Begleitband eines Gospelchores spielen; es hatte sich bis jetzt nur nie ergeben. Deshalb habe ich im August 2018 auf einer "Suchseite" für Musiker eine Anzeige aufgegeben – now or never! Dort hat mich dann ein Mitglied des Gospelchores Sound‘n‘Spirit herausgefischt.

Nach einigen kurzen Mails kam es schnell zu einem ersten Treffen, wo ich ausgiebig beschnuppert wurde und einen ersten Eindruck von dem, wer und was da auf mich zukommt, gewinnen konnte.

So jung und schon ein Denkmal
So jung und schon ein Denkmal größere Ansicht

Den Tenor der Buschtrommeln innerhalb des Chores über dieses Treffen kenne ich nicht. Für mich kann ich aber sagen: Der erste Eindruck war derart, dass ich spontan zugesagt habe. Besonders bei Ulrike, unserer Chorleiterin, der „Chefin“, hatte ich den Eindruck, dass wir gut zusammenarbeiten können, was sich in den nunmehr gut anderthalb Jahren bestätigt hat. Wir verstehen uns auch ohne Worte – ein Muss zwischen Rhythmus und Dirigent/in. Hierfür ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle.

Bei den Proben, an denen ich seither teilnehme, frage ich mich immer wieder: „Wie geht das? Wie hören die ihre Stimmen heraus und treffen dann auch noch die richtigen Töne?“ Ich höre immer nur das Ergebnis, den Gesamtklang, sitze hinter meinen Drums, staune darüber, was die Chefin alles so heraushört und muss aufpassen, dass ich vor lauter Begeisterung das Spielen nicht vergesse.

Der Chor hat mich schnell in die Gemeinschaft aufgenommen und nimmt mich so, wie ich bin. Gemeinschaft ist bei uns, ich sage hier ganz bewusst "uns", ein wichtiger, gelebter Bestandteil auch über das gemeinsame Proben und Gestalten von Auftritten aller Art hinaus. So muss ich beispielsweise wie ein Luchs aufpassen, dass am Ende eines Konzertes, Gottesdienstes oder was auch immer nicht schon leere Taschen und Behälter, in die ich mein Schlagzeug und die dazugehörende Elektrik verstaue, hinaus zum Auto getragen werden. Die Hilfsbereitschaft ist da, ich nehme die Unterstützung gerne an und ich bedanke mich dafür herzlich.

Ebenso habe ich mich darüber gefreut, dass ich sofort an allen Feiern und Ausflügen teilnehmen durfte. Hier habe ich erfahren, was Gemeinschaft wirklich ist, wenn man sie lebt.

In der aktuellen Corona-Zeit ist ein Proben, ein Treffen, nicht möglich. Die Einhaltung der Mindestabstände ist im Probenraum nicht zu realisieren, von öffentlichen Auftritten will ich gar nicht erst reden. Mir fehlt es. Alleine im Keller vor sich hin zu drummen, ist auf Dauer höchstens Training. Das Gemeinsame, das Feedback, ist dadurch nicht zu ersetzen.

Ich freue mich schon jetzt auf den Neustart. Wir halten das aus – und zusammen!

Euer Heino Baum

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spirits ;-)

Schlagfertig

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